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    <title>9c187af99340459abe151762f7c2641d</title>
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      <title>„Einmal Coaching für 14,50, bitte…“</title>
      <link>https://www.besserstrukturiert.de/einmal-coaching-fuer-14-50-bitte</link>
      <description>Coaching für unterwegs. Geht das? Der Spiegel veröffentlicht regelmäßig eine Zeitschrift zum Thema Coaching. Gregor Klawikowski hat sie gelesen und klärt auf, ob sich der Kauf lohnt.</description>
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           oder: Coaching zum Mitnehmen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schon oft habe ich in Buchhandlungen von Flughäfen oder Bahnhöfen inspirierende Lektüre gefunden. Als ich neulich mit dem Zug nach Wiesbaden fuhr, hatte ich vor der Abfahrt noch etwas Zeit und war gespannt, ob ich auch dieses mal wieder eine Perle der Druckkunst finden würde. Und siehe da: gleich am Eingang weckte eine Ausgabe von „Spiegel Coaching“ meine Neugier: „So will ich leben! – Sechs Trainingsprogramme für einen gelassenen Alltag“. Das ganze Heft für 14,50 Euro – billiger kann man ein gutes Leben kaum haben. Und mein Lieblingsthema „Entscheidungen“ ist auch noch dabei – die Zugfahrt war gerettet!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf immerhin 222 Seiten widmet sich diese Ausgabe von Spiegel Coaching so großen Themen wie Zuversicht, Gewohnheiten, Stressabbau, Lebensphasen und eben Entscheidungen. Das sind im Schnitt 37 Seiten je Thema – immerhin mehr Raum als diesen Themen sonst in Zeitschriftenformaten eingeräumt wird. Dort sind es dann oft nur ein bis drei Seiten. Aber was kann der geneigte Käufer erwarten? Lasst uns also schauen, ob der Aufmacher „Coaching - So will ich leben (Ausrufezeichen)“ sein Versprechen einlösen kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Struktur der Artikel ist sehr ähnlich aufgebaut: Mit Experteninterviews oder Fallbeispielen wird das Thema illustriert. Dann folgt ein Fragebogen zur Selbsteinschätzung, dessen Ergebnisse bei der Orientierung helfen sollen, wo die Lesenden bei dem jeweiligen Thema stehen. Abgerundet wird das Ganze dann jeweils mit einem „Coaching“. Da es ein Coaching ohne Coach natürlich nicht gibt ist der Begriff hier irreführend. Schreiben wir es dem Wunsch zu, das Heft besser verkaufen zu können. In den meisten Fällen sind es eher Checklisten oder Ratschläge, haben also mit Coaching im eigentlichen Sinne (im Dialog die Fragstellung des Coachees zu bearbeiten) wenig zu tun.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch wenn der Aufmacher etwas anderes verspricht - den reflektierten KäuferInnen sollte bei der Investition der 14,50 Euro klar sein, dass schon allein aufgrund des begrenzten Seitenumfangs keine umfassende Bearbeitung essentieller Lebensthemen erfolgen kann. Dafür sind die Themen zu komplex und für jedes einzelne gibt es eine Vielzahl von Büchern, welche die Inhalte wesentlich umfassender behandeln. Dennoch können solche Zeitschriften neue Impulse vermitteln und zum Nachdenken anregen – und das hat noch keinem geschadet.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da mich Literatur zu „Entscheidungen“ besonders interessieren, war ich natürlich gespannt, wie die Redaktion zusammen mit der Expertin Christine Flaßbeck das Thema aufbereitet. Gefreut hat mich, dass in dem Artikel das ganze Spektrum der Entscheidungssituation in den Blick genommen wird: von den kleinen alltäglichen Entscheidungen („Kaufe ich die Bio-Banane oder doch die konventionelle“) bis hin zu den großen (Beruf, Partnerschaft, Finanzen, etc.). Gut finde ich auch wie rationale und intuitive Entscheidungen gewürdigt werden. Gerade letztere kommen in der Literatur oft zu kurz und finden in dem Artikel eine angemessene Würdigung. Danke Frau Flaßbeck! Mit dem Tetralemma wird außerdem eine effiziente Entscheidungsmethode angeboten, die ich auch in meinen Trainings und Coachings vermittelt und angewendet habe – mit häufig erstaunlichen Ergebnissen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die übrigen Angebote aus dem sogenannten „Coaching“ sind mir allerdings zu platt. Wie so häufig bei Checklisten werden wichtige Lebensbereiche nicht berücksichtigt und die Fragen passen somit selten auf die eigene Entscheidungssituation. In meinen Trainings zum Thema „Entspannter Entscheidungen Treffen“ weiß ich, wie schwer es vielen Teilnehmern fällt, sich der vielen Entscheidungen, die sie täglich treffen überhaupt bewusst zu werden. Immerhin versucht, der Artikel, auch hier Impulse zu setzen. Ohne ein menschliches Gegenüber halte ich das für eine große Herausforderung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Insgesamt hat mich der Artikel Thema Entscheidungen positiv überrascht – sofern die Lesenden von den unerreichbaren Versprechungen des Titels abstrahieren können. Viele der anderen Artikel bleiben aus meiner Sicht zu sehr bei Ratschlägen hängen. Die können zwar auch Impulse geben, passen aber erfahrungsgemäß häufig nicht auf die eigene Lebenssituation.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hat sich die Investition von 14,50 Euro gelohnt? Für mich schon. Impulse zum Nachdenken außerhalb der eigenen Komfortzone sind immer gut – auch wenn sie im konkreten Fall vielleicht nicht passen. Als ich in Wiesbaden ankam, hatte ich auf jeden Fall wieder etwas gelernt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 13 Jun 2024 15:30:07 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.besserstrukturiert.de/einmal-coaching-fuer-14-50-bitte</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Was ist eine gerechte Entscheidung?</title>
      <link>https://www.besserstrukturiert.de/gerechte-entscheidungen-treffen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was gerechte Entscheidungen mit Gleichheit und Kinderwünschen zu tun haben
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Schreiben eines Blogartikels braucht zumindest bei mir Unterstützung durch Koffein. Deshalb habe ich mir gerade noch einen Kaffee gemacht. Kaffee machen ist einfach: Kaffee und Wasser in die Espressomaschine füllen, auf den Herd stellen und nach 2 Minuten ist der Kaffee fertig.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gerechte Entscheidungen zu treffen scheint komplizierter zu sein. Das fängt ja schon mit der Frage an, was eine gerechte Entscheidung eigentlich ist. Kaffee, Wasser, meine Espressomaschine kann ich anfassen. Gerechtigkeit nicht. Was Menschen unter „gerecht“ verstanden haben hat sich über die Jahrtausende weiterentwickelt und es gib ein Meer von Gedanken dazu. Einen guten Überblick dazu findet man z.B. auf Wikipedia unter dem Stichwort „
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gerechtigkeitstheorien" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Gerechtigkeitstheorien
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           “.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei „besser strukturiert“ schauen wir ja gerne auf die Struktur von Themen und versuchen dann, daraus für den Alltag zu lernen. Wir gehen das Ganze also etwas pragmatischer an. Fangen wir doch mal mit folgender Frage an: Was ist die Struktur einer gerechten Entscheidung?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Erstmal ist die Frage der Gerechtigkeit ein soziales Phänomen. Wenn es nur einen Menschen gäbe bräuchte ich keine Gerechtigkeit. Überhaupt hätten ich als einzelner Mensch viele Probleme der Welt nicht mehr. Aber das ist ein anderes Thema…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Außerdem braucht eine gerechte Entscheidung etwas, worüber eine Entscheidung zu treffen ist. Wenn es um die gerechte Verteilung von Dingen geht, dann könnte es zum Beispiel das Taschengeld sein und die Frage, welches Kind wieviel davon bekommt. Außerdem muss es wohl um etwas gehen, das nur begrenzt vorhanden ist, weil sich sonst nicht die Frage der Verteilung stellen würde. Es muss auch nicht immer etwas gleichartiges sein, dass verteilt wird, wie z.B. im Fall des Taschengeldes. Wenn jemand in eine Wohnung einbricht und später dafür eine gerechte Strafe bekommt, dann ist dies in den seltensten Fällen ein Einbruch in seiner eigenen Wohnung. In diesen Fällen sucht man dann nach einem Aus-Gleich. Z.B wird dann ein Wohnungseinbruch mit Freiheitsentzug geahndet. Dass es sich bei gerechten Entscheidungen oft um unterschiedliche Dinge handelt, macht gerechte Entscheidungen so schwer.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für eine gerechte Entscheidung brauche ich also mehrere Personen und etwas, das es zu verteilen oder auszugleichen gibt. Dazu kommt als drittes noch ein Maßstab mit dem ich feststelle, was nun gerecht ist oder nicht. Heutzutage spielt dabei „Gleichheit“ eine wichtige Rolle. „Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich“ ist ein wichtiger Rechtsgrundsatz und auch sonst ist Gleichbehandlung bei der Frage von gerechten Entscheidungen ein wesentlicher Grundsatz. Das wissen alle Eltern, die mehrere Kinder haben: der jüngere schaut einen vorwurfsoll an und verlangt genausoviel Taschengeld wie das ältere Geschwisterkind. Wenn die Eltern dem Gleichheitsgrundsatz verpflichtet sind gehen schnell die Argumente aus. Besonders bei traurigen Blicken aus Kinderaugen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gerade für solche Situation finde ich dieses Bild aus einem
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=-5KXJCLiaiI" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           Video von Gerd Scobel
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            sehr inspirierend weil es sehr einfach zwei unterschiedliche Verständnismöglichkeiten von „Gleichheit“ illustriert:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;img/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf der linken Seite (Sichtweise 1) wird Gleichheit so verstanden, dass es für alle die gleiche Ausgangssitutation gibt: alle Kinder bekommen als Hilfe eine Kiste die genau gleich hoch ist. Und es liegt dann an jedem Kind, das Beste daraus zu machen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Bild auf der rechten Seite (Sichtweise 2) geht dagegen vom Ergebnis aus: alle Kinder sollen die gleiche Chance haben, den Apfel zu erreichen. Und zwar unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Fähigkeiten oder Lebensumstände. Diese Sichtweise liegt übrigens auch der üblichen Antwort von Eltern zugrunde, wenn sie den jüngeren Kindern erklären, weshalb sie weniger Taschengeld bekommen als die älteren Geschwister: „Der Kevin ist ja auch älter als du.“ Clevere jüngere Geschwister erfassen sofort, welcher Argumentationsspielraum sich damit auftut: „Dafür bin ich klüger und brauche mehr Geld für Bücher.“ Als Eltern muss ich dann überlegen, in welchem Verhältnis die Werte „Alter“ und „Klugheit“ stehen um diese gerecht miteinander auszugleichen. Dabei wünsche ich viel Erfolg…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Vorteil von Sichtweise 1 ist, dass sich die gleiche Ausgangssituation auf den ersten Blick leichter festlegen lässt. Aber das Bild zeigt auch, dass Gerechtigkeit und Gleichheit durchaus im Konflikt sein können. Zumindest wenn man alle seine Kinder gleich liebt. Für eine gerechte Entscheidung muss man im zweiten Fall nämlich zu all den Fragen des Ausgleichs auch noch entscheiden, was denn die Unterschiede zwischen den Kindern sind und wie man diese bewertet. Leider ist es im Leben meistens nicht so einfach wie in diesem Beispiel, wo allein die Größe den Unterschied ausmacht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unser Steuersystem ist ein interessanter Versuch, beide Ansätze zu vereinen: die Höhe der Steuer hängt an der Höhe des Einkommens, unabhängig von weiteren Faktoren (Sichtweise 1). Den unterschiedlichen Lebenssituation versucht die Steuer dann über Steuerklassen, Freibeträge und anderen Stellschrauben gerecht zu werden (Sichtweise 2). Das führt dann gerne auch zu weiteren Ungerechtigkeiten, die dann nach geschickter Lobbyarbeit durch neue Steuergesetze ausgeglichen werden sollen, welche dann zu neuen Ungerechtigkeiten führen. Nicht selten für die Menschen, die keine Lobby haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Blick auf die Struktur gerechter Entscheidungen zeigt uns also: es praktisch unmöglich, wirklich gerechte Entscheidungen zu treffen. Ein wesentlicher Grund dafür sind für mich die vielen unterschiedlichen Faktoren, die zu berücksichtigen sind und die sich untereinander auch noch schwer vergleichen lassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was machen wir jetzt mit dieser Erkenntnis? Ich glaube, die Einsicht in die Unmöglichkeit wirklich gerechter Entscheidungen hilft schon mal. Jede Entscheidung ist für einen der Betroffenen ungerecht. Deshalb ist es wichtig, überhaupt erstmal eine Entscheidung zu treffen. Wie das in großen wie kleinen Entscheidungssituationen besser geht erfahrt ihr in meinem Training „Besser Entscheidungen treffen“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als Menschen haben wir viele Möglichkeiten, auch mit ungerechten Entscheidungen umzugehen. Eine ungerechte Entscheidung kann ich ja auch wieder zurücknehmen. Wichtig ist es auch, Entscheidungen klar zu kommunizieren und zu erklären. Meistens verstehen benachteiligte Betroffene, weshalb es zu den Nachteilen kommt. Außer es handelt sich um jüngere Geschwister in der Frage der Höhe des Taschengeldes. Abgesehen davon kommen nach der einen Entscheidung meistens weitere. Und damit gibt es immer wieder Möglichkeiten vorherige Ungerechtigkeiten auszugleichen („Dafür kaufe ich dir morgen auch ein Eis…“).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wichtig ist es deshalb, im Gespräch zu bleiben und auf Dauer einen Ausgleich zu schaffen. Menschen reagieren sensibel auf empfundene Ungerechtigkeit. Kommunikation und Gespräche sind die Voraussetzung, um zu einem Aus-Gleich zu kommen. Das macht populistische Argumente aus meiner Sicht so zerstörerisch: sie untergraben das Vertrauen, das es braucht, um auch bei unterschiedlichen Positionen aufeinander zuzugehen. Aber das ist ein anderes Thema.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich mach mir jetzt auf jeden Fall noch eine Kaffee. Ganz konkret.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Videos von Gerd Scobel kann ich übrigens sehr empfehlen. Ich schau mir jetzt das Nächste an, und vielleicht entsteht danach wieder ein neuer Blogartikel…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 20 Aug 2023 13:39:03 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Was ist eigentlich eine gute Entscheidung?</title>
      <link>https://www.besserstrukturiert.de/was-ist-eine-gute-entscheidung</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ... und weshalb weiß die Verkäuferin das und ich nicht?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Neulich habe ich mir nach eingehender Beratung durch eine nette Verkäuferin einen Pulli gekauft. Auf dem Weg zur Kasse gab sie mir dann noch den Satz mit „Da haben Sie aber eine gute Entscheidung getroffen.“ Auch wenn das ein Standardsatz guter Verkäufer ist, um unser Zaudern in der Nachentscheidungsphase abzumildern, frage ich mich natürlich, woher die Frau das wissen kann. Was war denn das Gute an der Entscheidung? Aus ihrer Sicht wahrscheinlich, dass ich den Pulli überhaupt gekauft habe…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was ist eigentlich eine gute Entscheidung? Und für wen ist die Entscheidung gut? Für mich, für meine Familie, für die Gesellschaft? Erstaunlicherweise wird diese Frage in Büchern und Vorträgen zum Thema selten gestellt. Auch in der Forschung steht im Vordergrund, wie eine Entscheidung getroffen wird und weniger, ob es denn eine gute Entscheidung war.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schauen wir uns also mal die Struktur einer Entscheidung am Beispiel der Entscheidung für einen neuen Job an. Da haben wir zunächst eine Person, nennen wir sie Ida, die zwischen drei Angeboten für einen neuen Job auswählen kann: Job A, Job B und Job C. Und dann haben wir die Auswirkungen der Entscheidung. Das können Personen sein (die Familie, die Freunde, Ida selbst), Materielles (die Verdienstmöglichkeiten, die Kosten eines eventuellen Umzugs) Immaterielles (Fahrtzeiten, Ansehen der Tätigkeit) oder auch Gefühle (Einklang mit den eigenen Werten, Stolz auf die Tätigkeit, etc.). Allein an der Aufzählung sieht man schon, dass es offensichtlich eine Menge Auswirkungen sind, die an der Entscheidung für einen Job hängen können. Es ist deshalb verständlich, wenn Ida eine gute Entscheidung treffen möchte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Damit wir Ida helfen können, ist ein Blick auf die Gründe für eine Entscheidung hilfreich. Bei der Wahl zwischen einer oder mehreren Alternativen geht es meistens darum einen Nutzen oder Mehrwert gegenüber dem jetzigen Zustand zu erreichen. Irgendetwas soll besser sein als zuvor. Die erste Antwort auf die Frage, was eine gute Entscheidung ist wäre also: eine gute Entscheidung ist die, welche den größten Nutzen oder Mehrwert bringt. Worin dieser Nutzen oder Mehrwert besteht, ist dabei individuell sehr unterschiedlich. Da wir Ida noch nicht so gut kennen, wissen wir nicht, ob es ihr vor allem um Verdienstmöglichkeiten, persönliche Entwicklung oder die Nähe zu den Freunden geht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das schwierige bei Entscheidungen für Ida und uns alle ist aber: wie gut die Entscheidung war zeigt erst die Zukunft. Und die kennt Ida zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht. Sie kann sich also nur an dem erwarteten Mehrwert oder Nutzen orientieren. Außerdem können zukünftige Ereignisse den erwarteten Mehrwert verändern. Wenn sie ich Ida für Job B entscheidet und die Firma kurz darauf insolvent wird, hat sie Zeit verloren, muss sich neu bewerben und die vormals gute Entscheidung stellt sich im Nachhinein als die falsche heraus.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass jede Entscheidung Vor- und Nachteile hat. Ida kann z.B. in Job A mehr Geld verdienen, müsste aber in eine andere Stadt ziehen und würde ihre Freunde seltener sehen. Wie soll Ida zwischen den verschiedenen Aspekten abwägen? Überwiegt der Nutzen des höheren Gehalts das Risiko, sich von den Freunden zu entfremden?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Am liebsten würde Ida in einen „Future Shop“ gehen und sich dort drei Filme anschauen, die ihr die Zukunft der drei Alternativen zeigen würden. Dann könnte sie ihre Entscheidung zumindest mit weniger Unsicherheiten fällen. Aber wüsste Ida dann auch, welches die beste Entscheidung wäre?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und um es Ida noch schwerer zu machen können wir noch die Frage hinzufügen: welche Personen sind denn von der Entscheidung betroffen? Und für wen ist es denn eine gute Entscheidung? In Job A kann Ida mehr verdienen, aber in Job C hilft sie anderen Menschen mehr. Was ist denn wichtiger: gut für Ida oder gut für andere?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann gibt es ja auch noch das Bauchgefühl: eine Entscheidung ist dann gut, wenn Ida dabei ein gutes Gefühl hat. Woher kommt aber das Gefühl? Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Erfahrungswissen. Das funktioniert gut in bekannten Situationen. Die Entscheidung zwischen drei Jobs ist allerdings keine alltägliche Erfahrung. Und es kann gut sein, dass Denkautobahnen in Idas Gehirn Aspekte in die Entscheidung einbeziehen, die mit dem Job nichts zu tun haben: so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich Job B für sie gut anfühlt, weil das Unternehmen ganz in der Nähe ihrer Wohnung liegt und es ihr irgendwie vertraut vorkommt. Mit dem Job selber hat diese Einschätzung allerdings eher wenig zu tun und es ist fraglich, ob das Bauchgefühl in diesem Fall weiterhilft.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Offensichtlich ist die Frage, was denn eine gute Entscheidung ist gar nicht so leicht zu beantworten und unsere Überlegungen waren bisher nicht besonders hilfreich für Ida. Wie können wir Ida nun zu einer guten Entscheidung verhelfen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir hatten bei der Struktur der Entscheidung folgende Elemente identifiziert: Ida, die drei Alternativen und deren Auswirkungen. Bisher haben wir vor allem auf die Alternativen und ihre Auswirkungen geschaut. Was uns bis jetzt fehlt ist der Blick auf Ida. Was möchte Ida eigentlich? Da Ida die Hauptbetroffene der Entscheidung sein wird, sollte sie sich auch den Maßstab setzen, was eine gute Entscheidung ist. Daraus ergibt sich ein hilfreicher Ansatz: Eine Entscheidung ist dann gut, wenn sie in möglichst hoher Einstimmung mit Idas Vorstellungen, Wünschen und Werten von Ida steht. Ida kommt einer guten Entscheidung näher, wenn sie weiß, was ihr eigentlich wichtig ist. So hat sie zumindest Referenzpunkte, um die Vor- und Nachteile der Alternativen damit zu vergleichen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was bleibt, ist Idas Unsicherheit, ob die erwarteten Mehrwerte denn auch tatsächlich eintreffen. Da auch wir nicht in die Zukunft blicken können und der Future Shop noch nicht erfunden wude, können wir Ida nur folgendes mit auf den Weg geben:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;ul&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ob die erwarteten Nutzen eintreten werden, liegt in vielen Fällen an externen Umständen, die Ida ohnehin kaum beeinflussen kann. Weshalb sollte sie sich also darüber heute schon Gedanken machen? Und es können sich gute Gelegenheiten bieten, die heute noch gar nicht absehbar sind.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Statt zu lange Alternativen gegeneinander abzuwägen ist es viel wichtiger, überhaupt eine Entscheidung zu treffen. Die Kosten des Nicht-Entscheidens sind oft höher als die Kosten eine falschen Entscheidung.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Auch falsche Entscheidungen sind wichtig: sie sind hervorragende Lernmöglichkeiten, regen zur Reflexion an und helfen Ida, sich weiterzuentwickeln. Viele Entscheidungen lassen sich auch rückgängig machen. Das kostet zwar Zeit und Mühen. Meistens ist das aber besser als an einer falschen Entscheidung festzuhalten.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
  &lt;/ul&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gerade bei wichtigen Entscheidungen kann auch ein Coach helfen, objektiver auf die Alternativen zu schauen und Aspekte zu entdecken, die man selber bis dahin übersehen hat. Ich kenne da auch jemanden, der gerne bei Entscheidungen unterstützt &amp;#55357;&amp;#56841;.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So, und ich gehe jetzt nochmal zu der Verkäuferin und frage sie, was denn eine gute Entscheidung ist. Sie scheint es ja zu wissen…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 05 Feb 2023 14:46:14 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.besserstrukturiert.de/was-ist-eine-gute-entscheidung</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Bessere Entscheidungen treffen – trotz der vielen unbewussten Einflüsse</title>
      <link>https://www.besserstrukturiert.de/bessere-entscheidungen-treffen-trotz-der-vielen-unbewussten-einfluesse</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oder: wie tue ich mir etwas Gutes?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist das nicht seltsam? Ob in Werbung, Politik, Unternehmen oder Beziehungen: Seit vielen Jahren nutzen andere erfolgreich Erkenntnisse über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns, um unsere Beurteilungen und Entscheidungen zu beeinflussen. Wollen wir diese Erkenntnisse aber für uns selbst nutzen, dann stoßen wir auf zahlreiche Hürden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das fängt schon damit an, dass uns viele dieser Beeinflussungen gar nicht bewusst sind. Und selbst wenn wir die beeinflussenden Filter erkennen, scheinen sie trotzdem zu wirken.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nur ein Beispiel von tausenden: Unser Gehirn bewertet in vielen Fällen Bekanntes positiver als Unbekanntes. Werbung beeinflusst uns, indem in Werbespots die Markennamen wiederholt werden. Das verankert den Namen in unserem Gehirn und die Kaufwahrscheinlichkeit steigt, weil uns die Marke bekannt vorkommt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das scheint sogar selbst dann zu funktionieren, wenn wir wissen, dass wir manipuliert werden: an welche Müslimarke denken Sie als erstes? Ich schätze, den meisten fällt zuerst die Marke ein, bei der zwei Schwaben den Namen gefühlt 30-mal in 20 Sekunden wiederholen. Alle finden das nervig, aber der Name bleibt trotzdem hängen. Angesichts der aufgerufenen Preise für diese Marke scheint der Effekt zu funktionieren. Will ich den wirklich das Doppelte für ein Müsli ausgeben, nur weil der Name bekannt ist?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bekanntheit ist aber leider nur einer von vielen Einflüssen auf unsere Bewertungen und Entscheidungen. Rolf Dobelli beschreibt in The Art of Thinking clearly 99 „biases”. Allein die Menge der Einflussgrößen ist schon erschreckend. Und dass wir die meisten davon gar nicht bewusst erleben, macht es auch nicht besser.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mal angenommen, wir wollten diese ganzen unbewussten Einflüsse vermeiden, um bewusste und unmanipulierte Entscheidungen zu treffen. Bei den vielen Wahrnehmungen und Gedanken die wir als Menschen minütlich erleben ist das nicht realistisch Ich glaube wir wären handlungsunfähig, schon weil wir für das Durchdenken viel zu lange bräuchten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Müssen wir also akzeptieren, dass andere sich diese Funktionsweisen unseres Gehirns für ihre Zwecke zu Nutze machen und wir selbst das nicht können?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Müssen wir nicht!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich glaube, dass wir die unbewussten Einflüsse zwar nicht abstellen aber reduzieren können. Mit diesen 5 Leitlinien können wir das erreichen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wissen hilft
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zunächst einmal hilft das Wissen darüber, dass es diese Filter und Beeinflussungen gibt. Darüber gibt es viele Bücher und Videos. Literaturempfehlungen findet ihr in meinem ersten Blogartikel.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Relevante Entscheidungen bewusster treffen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Relevante Entscheidungen, sind die, bei denen es um mehr geht. Dazu gehören die Wahl der Partner, wichtige Kauf- oder Investitionsentscheidungen, Berufswahl, etc.. Was für einen selbst „relevant“ ist darf jeder selbst entscheiden. Messen lässt sich die Relevanz z.B. im Geldbetrag, den ich ausgebe oder zeitlichen Auswirkungen einer Entscheidung. Du weißt nicht, was für dich relevant ist? Dann hilft z.B. eine eigene Vision mit deinen Werten. Dazu habe ich eine Videoserie gemacht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zeit nehmen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bewusste Entscheidungen brauchen Zeit. Ein Gedanke nach dem anderen. Nachdenken ist Arbeit und kostet Energie. Wenn etwas für mich relevant ist, dann lohnt sich die Investition.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielfalt nutzen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Andere Blickwinkel bringen neue Einsichten. Indem ich eine Frage aus einer anderen Perspektive betrachte entdecke ich unbewusste Beeinflussungen leichter. Das kann ich für mich selbst tun oder im Austausch mit anderen. Das ist einer der Gründe, weshalb es sich lohnen kann bei wichtigen Entscheidungen mit einem Coach zusammenzuarbeite.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           5.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
                 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Denken in Hypothesen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn mir bewusst ist, dass meine Wahrnehmungen und Entscheidungen immer unbewusste Einflüsse enthalten, dann kann das auch entlastend sein. Wenn ich eine Haltung entwickle, die diese Einflüsse mit einbezieht, dann wird mein Denken flexibler. Ich bin darauf vorbereitet immer neue Aspekte zu entdecken, die meine Entscheidung beeinflussen können. Anstatt mein Denken und meine Einsichten als die einzig richtigen zu setzen kann ich sie auch als Hypothesen verstehen. Hypothesen im Sinne von Annahmen, dass ich eine Situation unter bestimmten Rahmenbedingungen so bewerte, wie ich es gerade tue. Und neue Informationen können die Rahmenbedingungen und damit meine Entscheidung verändern. Wichtig ist dabei, wie ich für mich damit umgehe: bin ich enttäuscht, weil sich etwas geändert hat? Oder freue ich mich über den Erkenntnisgewinn? Wenn die Freude bei Veränderungen überwiegt, dann bin ich auf dem guten Weg zu einem Denken in Hypothesen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das sind doch nur 5 Leitlinien. Ist doch ganz einfach, sich daran zu halten. Oder?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So, und jetzt gehe ich Müsli kaufen. Aber das Günstige &amp;#55357;&amp;#56841;…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 24 Oct 2022 18:06:15 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.besserstrukturiert.de/bessere-entscheidungen-treffen-trotz-der-vielen-unbewussten-einfluesse</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
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    </item>
    <item>
      <title>Was wir von Büchern über das Denken lernen können</title>
      <link>https://www.besserstrukturiert.de/2-was-wir-von-buechern-ueber-das-denken-lernen-koennen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt viele hervorragende Bücher, die beschreiben, wie unser Denken funktioniert und welche oft unbewussten Kräfte dabei walten. Meine aktuellen Lieblingstitel sind:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Daniel Kahnemann – Schnelles Denken, langsames Denken
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Rolf Dobelli – Die Kunst des klaren Denkens
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nassim Nicholas Taleb – Der schwarze Schwan
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach der Lektüre bleibt für mich allerdings oft ein großes Fragezeichen: Was mache ich mit all diesen Informationen? Und was können wir daraus für unser Handeln im Alltag lernen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Studien, Studien, Studien – und einige Theorien
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Schon während meines Studiums der Sozialpsychologie haben mich die vielen überraschenden Ergebnisse von Studien zu Entscheidungen und Bewertungen fasziniert. Hatte ich bis dahin immer gedacht ich sei Herr in meinem (Gedanken)Haus so wurde ich hier eines besseren gelehrt: viele Vorgänge in meinem Gehirn werden durch Faktoren beeinflusst, die mir gar nicht bewusst sind. Und deshalb treffe ich Entscheidungen, die alles andere als rational sind. Ein alltägliches Beispiel zeigt das sehr deutlich: Ich verbringe Zeit im Supermarkt und überlege ob ich 2 Euro sparen soll, indem ich statt der Biosalami die konventionelle kaufe. Kurz darauf bin ich im Sportgeschäft und gebe ohne zu Zögern 20 Euro mehr für Laufschuhe aus, weil sie mir besser gefallen. Und das einfach nur, weil die Laufschuhe 150 Euro und die Salami 5 Euro kosten. Dabei könnte ich mir von den 20 Euro 10 mal eine Biosalami gönnen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Studien haben immer wieder belegt, dass ich damit nicht alleine bin: Bei der Entscheidung, ob ich Geld ausgebe spielt die Höhe des Gesamtbetrags eine wesentliche Rolle. Im Vergleich zum Preis einer Salami (4 statt 6 Euro) kommen mir 2 Euro viel vor. Die gleichen 2 Euro spielen aber kaum noch eine Rolle, wenn es um 150 Euro geht, die ich ausgebe. Rational ist das nicht, denn 2 Euro sind 2 Euro. Aber unser Gehirn funktioniert eben nicht rational, sondern ist von vielen Faktoren beeinflusst, die in vielen Fällen vom Mantel des Unbewussten verdeckt sind. Wie kann ich da überhaupt noch vernünftige Entscheidungen treffen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und es kommt sogar noch schlimmer: es gibt offensichtlich ziemlich viele dieser Einflussfaktoren. Rolf Dobelli führt in seinem Buch „Die Kunst des klaren Denkens“ allein 99 dieser Einflussfaktoren auf. Je nach Situation sind es wieder andere Einflussgrößen, die mich von einer objektiven und rationalen Entscheidung abbringen: die Meinung anderer Menschen, die Präsenz von Informationen in meinem Gedächtnis, die Höhe einer erwarteten Belohnung und vieles mehr.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mal angenommen, ich hätte das Ziel, möglichst viele dieser unbewussten Einflussfaktoren auszuschließen um so möglichst objektive und rationale Bewertungen und Entscheidungen zu treffen: wie soll ich mich in diesem Dschungel an Studienbefunden orientieren?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kahneman schafft Ordnung – System 1 und 2
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In seinem Buch „Schnelles Denken – langsames Denken“ (wie so oft finde ich den englischen Titel eleganter: Thinking, Fast and slow) bringt der Nobelpreisträger Daniel Kahneman Ordnung in die Studienlandschaft. Das gefällt mir als Strukturierer natürlich gut!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kahnemann unterscheidet zwischen zwei Teilen unseres Denkapparates. System 1 ist das intuitive, mühelose Denken, welches weite Teile unseres Alltags bestimmt. Und System 2 ist das reflektive Denken, das immer dann eingeschaltet wird, wenn das intuitive System 1 an seine Grenzen kommt. Z.B. bei Rechenoperationen oder Fragen der Wahrscheinlichkeit. Beide Systeme sind eher faul, was ich aus persönlicher Erfahrung bestätigen kann. Aus dem Blickwinkel von System 1 und 2 lassen sich viele Studienergebnisse in Zusammenhang bringen und das Feld der Studien wird leichter erfassbar. Wer mehr dazu erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch von ganzem Herzen. Es ist eines der besten Bücher zu dem Thema, das ich gelesen habe.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber auch Daniel Kahneman beschreibt im Wesentlichen wie unser Denkapparat funktioniert. Bei der Frage, wie wir zu Bewertungen und Entscheidungen mit weniger persönlicher Beeinflussung kommen erfahren wir wenig. Er zeigt außerdem, dass wir die Wirksamkeit der eigenen Entscheidungen oft überschätzen und vermutet, dass viel öfter einfach Glück im Spiel ist, wenn wir uns für eine Gewinneralternative entschieden haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Buch von Rolf Dobelli beschreibt ebenfalls die Phänomene, hält sich mit Hilfsangeboten dagegen sehr bedeckt. Während den 99 Phänomenen der Beeinflussung je 3 bis 4 Seiten gewidmet sind beschränken sich die Tipps zum praktischen Umgang damit auf ein bis zwei Sätze am Ende jedes Phänomens.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Problem erkannt - und wie geht es weiter?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wir wissen also nun, dass unsere Denkprozesse durch viele Faktoren beeinflusst werden, die uns häufig gar nicht bewusst sind. Und es gibt natürlich auch viele Fälle, in denen unsere Denkmechanismen im Alltag prima funktionieren und wir auch mit diesen irrationalen Aspekten ein glückliches und zufriedenes Leben führen können. Möchte ich jedoch realistischere Bewertungen und Entscheidungen treffen, dann bieten mir die Studien wenig systematische alltagstaugliche Ansatzpunkte.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn auch zahlenmäßig gegenüber den deskriptiven Studien deutlich in der Minderheit, so gibt es doch ein paar Ansätze, um die unbewussten Einflüsse zumindest zu mindern:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;ul&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://behavioralscientist.org/thaler-sunstein-preface-to-nudge-the-final-edition/" target="_blank"&gt;&#xD;
        
            Richard Thaler und Cass Sunstein
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             zeigen auf, wie durch die Gestaltung von Rahmenbedingungen für Entscheidungsprozesse gute Entscheidungen gefördert werden können.
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://zrm.ch/" target="_blank"&gt;&#xD;
        
            Maja Storch und Frank Krause
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             haben mit dem Züricher Ressourcen Modell eine Methode entwickelt, die schon auf der Ebene von System 1 wirkt, indem sie z.B. Bilder statt abstrakter Worte benutzt und die unbewussten Beeinflussungen sozusagen mit den eigenen Waffen schlägt.
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Agile Methoden
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             teilen Entscheidungsverantwortung auf verschiedene Rollen auf. So kommen automatisch mehrere Sichtweisen zum Tragen und individuelle subjektive Bewertungen werden abgeschwächt.
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
    &lt;li&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Visuelle Methoden wie das
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://www.bmc.com/blogs/business-model-canvas/" target="_blank"&gt;&#xD;
        
            Business Model Canvas
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             oder
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://www.wardleymaps.com/" target="_blank"&gt;&#xD;
        
            Wardley-Maps
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             unterstützen die intuitive Wahrnehmung von System 1 und unterstützen die Denkprozesse von System 2
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/li&gt;&#xD;
  &lt;/ul&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was ich mir aber wünsche, ist ein übergeordneter, systematischer Ansatz, der eben nicht nur in bestimmten Situationen sondern allgemeiner anwendbar ist. Ich arbeite daran. Und: Jeder Hinweis dazu ist herzlich willkommen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 12 Aug 2022 00:52:22 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.besserstrukturiert.de/2-was-wir-von-buechern-ueber-das-denken-lernen-koennen</guid>
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      </media:content>
    </item>
  </channel>
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